Windkraftgegner entlarven Unwahrheiten über Windkraft am Damberg

Am 14. Februar 2013 präsentierten die Steyrer Grünen im Hotel Minichmayr, zusammen mit den Projektwerbern Rudolf Forster und den Österreichischen Bundesforsten, die Pläne für die Windkraftanlagen am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg.

 

Ein Teil der ca. 30 anwesenden Personen ist von dem Projekt nicht überzeugt. Sie möchten ihre Bedenken äußern. Dies ist aber nur sehr eingeschränkt möglich, denn Rudolf Forster tut sie als unwesentlich ab, geht sofort zur nächsten Wortmeldung über. Die Antworten auf die wenig zugelassenen Fragen sind kurz, unpräzise oder schlichtweg falsch. Wir zeigen im Folgenden, worauf sich diese Aussage begründet.

 

Zuvor sei noch auf die Komplexität des Themas verwiesen. Wie sehr, zeigen die Reaktionen des Steyrer Grüne-Chefs, Kurt Apfelthaler, der einstmals an der Steyrer HTL Elektrotechnik studierte. Er ist offensichtlich auch mit der Thematik überfordert – nicht einmal er reagiert auf die geschickten Manipulationsversuche von Rudolf Forster.

 

Zusätzliche Brisanz erhält die Informationskultur der Projektwerber durch die nachträglich getätigten Aussagen von Apfelthaler, der in einer Email die Bedenkenträger und Fragesteller als „politische Heuchler und herumbrüllende Wutbürger“ bezeichnete, die lediglich „semiwissenschaftlichen Schwachsinn und sonst nur wenig zur Urteilsfindung beitragen“.

 

Bitte beachten Sie: Die Aussagen wurden jeweils von Rudolf Forster getätigt. Wir kennen sie auch schon von seinen früheren Präsentationen im November und Dezember 2012, dort klangen sie gleich oder ähnlich.

Die darunter stehende Erklärung zeigt die Unrichtigkeit oder Unschärfe seiner Aussagen.

 

 

Verwendete Abkürzungen:

a                    Jahr

MW                Megawatt

MWh              Megawatt-Stunde

GWh              Gigawatt-Stunde

TWh               Terrawatt-Stunde

WKA              Windkraftwerk

 

 

 

„Öko-Strom, grün und sauber“

Schon die Benennung „Öko-Strom“ ist zu hinterfragen. Es ist richtig, dass alle Energiequellen, die keine Abgase und giftige Dämpfe produzieren, an und für sich sauber sind. Nur „grün“, also umweltverträglich, müssen sie daher noch lange nicht sein. Von der Windindustrie wird der Begriff „Öko-Strom“ deshalb verwendet, um zu suggerieren, Strom aus Windkraft wäre umweltverträglich. Sie verweisen nur auf das Fehlen gefährlicher Emissionen, blenden aber alle anderen Nachteile vollkommen aus. Doch das ist nicht zulässig und eine Verharmlosung der Folgen, wie Sie hier noch sehen werden.

 

Für uns bedeutet „ökologisch“ umwelt- und naturverträglich. Dennoch verwenden wir den Begriff „Öko-Strom“ im folgenden Beitrag nicht in seinem ursächlichen Sinn, sondern als Synonym einer falsch verstandenen, in die Irre geleiteten Energiewende, die vor allem von den Grünen betrieben wird.

 

Als Öko-Strom und damit zu den regenerativen Energien zählen für die Grünen nur Strom aus Biomasse, Sonne und Wind. Strom aus Wasser wird von Österreichs Grünen nicht dazu gezählt, obwohl Wasser in Österreich die mit Abstand meist genutzte Energiequelle ist. Doch mit Strom aus Wasser lässt sich die Energiewende nicht medienwirksam verkaufen.

 

Österreich gehört bereits zu den europäischen Spitzenreitern bei erneuerbarer Energie. Die Forderung nach einem Mehr an Kraftwerken muss daher sekundäres Ziel sein. Denn auch beim Ausbau der Wasserkraft sind wir bereits am Plafond des Erträglichen angekommen, werden doch in OÖ bereits 90 % und in Österreich ca. 55 % der Flüsse für die Stromerzeugung genutzt.

 

Doch wir wollen Wasserkraftwerke genauso wenig pushen wie Windkraftwerke, weil sie auch schwerwiegende ökologische Nachteile haben. Wir betonen, dass die Energiewende nur über Energie sparen und das Heben von Effizienzpotentialen stattfinden kann.

 

 

"Energiesparen vernichtet unseren Wohlstand"

Laut Rudolf Forster steigt der Wohlstand im selben Maß mit dem Anstieg des Bruttoinlandproduktes (BIP). Bisher war es so, dass das BIP gleichauf mit dem Energieverbrauch stieg. Daraus leitete er ab, wenn nun Energie gespart wird, dann sinkt auch der Energieverbrauch und deshalb würde auch das BIP sinken und damit der Wohlstand.

 

Diese Einschätzung ist deshalb nicht zulässig, weil das BIP nichts über den Wohlstand eines Landes sagt. So kann das BIP steigen, und wir haben trotzdem weniger Geld zur Verfügung, weil uns Inflation, Steuererhöhungen, etc. wieder vieles davon nehmen. Außerdem wird nur ein kleiner Teil der BIP-Steigerung durch höhere Löhne an die arbeitende Bevölkerung weitergegeben.

 

Darüber hinaus sagt das BIP nichts über die negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung aus, das heißt die Lebensqualität der Menschen bleibt unberücksichtigt. Ruhe, Luft, Wasser oder Naturschutzgebiete sind wertvolle Güter, die direkt der Natur entspringen. Sie sind lebenswichtig und betreffen deswegen die Lebensqualität aller Menschen. Werden diese Faktoren beschädigt, sinken unsere Lebensqualität und damit unser Wohlstand.

 

Soll die Umweltbelastung dauerhaft verringert werden, muss auch unser Wohlstand differenzierter betrachtet werden. Es geht nicht nur um ein Mehr an materiellen Gütern, sondern um ein Mehr an Lebenszufriedenheit. Oberhalb einer gewissen Mindestversorgung mit Gütern und Dienstleistungen muss man sich daher die Fragen stellen „Wie viel ist genug?“ und „Was brauche ich wirklich zum Leben?“

 

 

„Wirtschaftswachstum oder nachhaltige Entwicklung?“
Diskussionspapier Wohlstand und Wachstum vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, August 2011
20111111_BUND_diskussion_wachstum.pdf
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„Derzeit werden 1.400 MW aus 'Öko-Strom' erzeugt“

1400 MW ist die installierte Leistung der bis Ende 2012 errichteten Windkraftanlagen.

Der erzeugte Öko-Strom, also das was wir verbrauchen, sind bei 1900 Volllaststunden (österr. Durchschnitt) 1400 x 1900 = 2.660.000 MWh = 2.660 GWh = 2,66 TWh.

Wir Österreicher haben im vergangenen Jahr 69 TWh elektrische Energie verbraucht.

 

Eine bestimmte Personengruppe vergleicht gerne die Leistung von Photovoltaik oder Windkraftanlagen mit Wärmekraftwerken.

Es klingt halt schön, wenn man sagt: „…die Windkraftanlagen haben eine Leistung von 1400 MW, mehr als das Atomkraftwerk Temelin.“ Der Satz ist zwar richtig, die Aussage aber falsch.

Doch wer mag schon Temelin? Nichtsdestotrotz arbeiten aber Wärmekraftwerke oft mehr als 7600 h/a und liefern dadurch 4x soviel Strom als eine Windkraftanlage gleicher Leistung, die nur 1900 h/a volle Leistung bringt.

 

 

„Bis 2020 sollen 3.000 MW aus 'Öko-Strom' erzeugt werden“

Träumen dürfen sie noch, die Öko-Strom-Missionare: 3.000 MW bei 1900 h sind 5,7 TWh, also nur 8,3% des heutigen Verbrauchs.

 

 

„Smart Meter sollen bis 2020 bestimmte Geräte (z.B. Geschirrspüler) im Haushalt dann einschalten, wenn genügend (billiger/überschüssiger) Strom vorhanden ist“

Die Energie AG ersetzt zurzeit die alten, schwarzen Stromzähler durch digitale Geräte und nennt diese „Smart Meter“ (SM). Was daran so smart ist, haben wir noch nicht herausgefunden, außer dass die Energie AG unseren Stromverbrauch alle fünf Minuten ablesen könnte. Weiters kann sie jeden Stromanschluss jederzeit still legen, wurde uns auf Ansuchen mitgeteilt. Allerdings kann sie sicherlich nicht unsere Geschirrspüler, Waschmaschinen, E-Herde einschalten.

 

In Zukunft sollen SM auch den aktuellen Stromtarif anzeigen, der sich dann im Laufe des Tages nach Stromangebot und Nachfrage ändert. Müssen wir dann ständig zum Zählerkasten laufen, damit wir beim günstigsten Tarif den Schweinsbraten ins Rohr schieben können?

 

 

„Eine Speicherung der Windenergie ist nicht notwendig, weil in unserer Gegend dieser Strom immer benötigt wird.“

Erzeugung und Verbrauch elektrischer Energie muss sich immer die Waage halten. Wenn z.B. der Windpark Damberg bei plötzlichem Starkwind mit 45 MW ins Netz liefern würde, dann muss ein anderer Erzeuger seine Leistung um 45 MW zurücknehmen, da der Windstrom laut Gesetzgeber immer abgenommen werden muss. Sinnlos wäre es, wenn z.B. das Kraftwerk Garsten die Turbinen auf freien Durchlauf schaltet und die Wasserkraft der Enns sozusagen den Bach hinunter rinnt.

 

 

„Kraftwerke mit fossilen Brennstoff werden entsprechend gedrosselt.“

Gas- und Dampfkraftwerke (GuD-KW), die Erdgas oder Öl verbrennen, können entsprechend gedrosselt werden. Wie wenig sinnvoll dies im Hinblick auf eine Einsparung von fossilen Brennstoffen ist, wird im Folgenden erläutert.

 

GuD-KW bestehen aus einer Gasturbine/Generator-Baueinheit und einer Dampfturbinen/Generator-Baueinheit, die in Serie zusammen arbeiten. Dabei erhitzen die heißen Abgase der Gasturbine den Wasser-Dampf Kreislauf für die Dampfturbine. Die Gasturbine ist innerhalb weniger Minuten in einem weiten Leistungsbereich regelbar. Der Dampfkreislauf ist dagegen wesentlich träger regelbar, da Tonnen von Wasser im Umlauf sind und verdampft werden müssen.

 

Der Wirkungsgrad, das ist das Verhältnis von abgegebener elektrischer Energie zu zugeführter Energie des Brennstoffs, der Gasturbine liegt bei 35 – 40 %, das gesamte GuD-KW hat einen Wirkungsgrad von 55 – 60 %. Muss nun die Gasturbine mit ihrem geringen Wirkungsgrad periodisch die Ausgleichsenergie zur fluktuierenden Windkraft bereitstellen, so lässt sich leicht berechnen, dass im Vergleich zu einem kontinuierlichen Betrieb des gesamten GuD-KW keine Einsparung von Brennstoff und somit CO2 erreicht wird.

 

GuD-KW werden vorzugsweise in der Nähe oder in größeren Städten gebaut, um die beträchtliche Abwärme der Kraftwerke in das Fernwärmenetz einspeisen zu können. Wird die Kraftwerksleistung gedrosselt, verringert sich auch die Abwärme und dem Fernwärmenetz muss dann mit Gas oder Öl zugeheizt werden. Wo bleibt da die Ersparnis?

 

Darum: Windkraftanlagen OHNE „Stromspeicher“ sind sinnlos. Sie ersetzen kein einziges thermisches Kraftwerk, sie ersparen keine fossilen Brennstoffe und somit kein CO2.

 

 

„Die Bauphase dauert nur ein halbes Jahr“

Für das Projekt sind folgende Straßenführungen geplant: Es wird drei Zufahrten geben, über St. Ulrich und das Gasthaus Schoiber, von der Laussa und aus Dambach, so wie eine Abfahrt in den Kleinkohlergraben. Laut Aussagen von Forster kann ein Drittel der bestehenden Forststraßen so verwendet werden, ein Drittel muss ausgebaut und das verbleibende Drittel überhaupt neu gebaut werden. Das kann aufgrund der technischen Daten aber nicht möglich sein.

 

Die Straßen müssen Transportgewichte bis zu 70 Tonnen aushalten können, das erfordert nach Meinung der Experten, Straßenaufbauten in der Stärke von ca. einem dreiviertel Meter. Auf diese Weise wurde keine der bestehenden Forststraßen angelegt.

 

Außerdem müssen die Steigung und die Kurvenradien an die Windräder angepasst werden. So können die Rotoren nicht zerlegt werden, sie werden im Gesamten transportiert. Laut Auskunft der Firma Vestas vertragen die Transportfahrzeuge bis zu 8 %, unter günstigen Umständen und auf wenige Höhenmeter vielleicht auch 12 % Steigung, der technische Spielraum ist jedenfalls stark eingeschränkt.

 

Nun wer das Gebiet kennt, weiß, dass das Gebiet nicht nur sanft, sondern von steilen, unzugänglichen Abschnitten geprägt ist. Aufgrund des Flysch-Untergrunds braucht es außerdem stellenweise Wegbefestigungen, die die Hänge stützen. Alleine die gesamte Straßenerrichtung ist mit enormem zeitlichem Aufwand verbunden.

 

 

„Die Kranplätze sind nur befestigt“

Für die Errichtung der Windturbinentürme und die Montage der Kanzel und Rotoren ist ein Spezialkran notwendig, der im Endausbau 800 Tonnen wiegt. Alleine die Kanzel, das ist der Bauteil des Windrades, der in über 100 Meter Höhe die Rotorlagerung, das Getriebe und den Generator umfasst, wiegt 70 Tonnen. Auch wenn dieser Kran in Einzelteile zerlegt antransportiert wird, braucht es vor Ort abgesicherte, wetterfeste und daher umfassende Standplätze mit einer guten Verankerung, andernfalls wäre die Gefahr des Umkippens zu groß.

 

Dies ist in der Flyschzone aber ein Problem – die Absicherung muss stärker ausgelegt werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Standplätze der Windturbinentürme. Zusätzlich zum Plattenfundament von 20 x 20 Meter Fläche und einer Stärke von 1 Meter, muss eine Tiefgründung gelegt werden. Dafür müssen für die Untergrundbefestigung Bohrpfähle ins Erdreich getrieben werden, um Hangrutschungen zu verhindern. Die minimale Tiefe der Bohrpfähle beträgt 20 – 25 Meter mit einem Durchmesser von 90 cm. Trifft man bei der Gründung auf Gleitschichten, muss die Gründung noch viel tiefer gehen, andernfalls könnte der ganze Hang abgehen (siehe das Bauprojekt auf der Roglwiese!)

 

Aus diesen erheblichen Eingriffen in den gewachsenen Untergrund und in die Bodenstruktur, ergibt sich eine enorme Bedrohung des Trinkwassers für die Anrainer des Damberg-Schwarzberggebiets. Wenn Hänge angeschnitten werden, kann es leicht sein, dass das Wasser vergeht und Brunnen austrocknen. Schon alleine die Schwingungen, die auf die Gründung übertragen werden, stellen für den sensiblen Flyschuntergrund eine massive Belastung dar und könnten eine veränderte Grundwasserführung zur Folge haben.

 

Daraus ergibt sich auch eine enorme Bedrohung für das Trinkwasser für die Anrainer des Damberg-Schwarzberggebiets.

 

   

„Die Wanderwege und Mountainbike-Strecken sind nicht bedroht“

Für alle Windkraftanlagen im Berg- und Waldland gilt, je höher die Türme, desto höher die Rendite. Andernfalls würde die Anströmung der Rotoren nicht optimal erfolgen, die Ausbeute fällt geringer aus. Das bedeutet für die Standortwahl, dass jeder Höhenmeter Verlust eine Einbuße an Rendite mit sich bringt.

 

Nun wissen wir, dass unser Naherholungsgebiet von einem Netz aus Wanderwegen und Mountainbikestrecken in unterschiedlichen Höhenlagen durchzogen ist. Der schönste und aussichtsreiche Weg führt am Kamm entlang. Auch wenn die WKA 20 Meter weiter unten errichtet werden, können wir im Sommer nur unter laut dröhnenden Rotorenblättern der Wanderlust und dem MTB-Sport frönen. Im Winter ist das dezidiert ausgeschlossen, weil die Behörden Absperrungen von mindestens 260 Meter rund um jede Windkraftanlage vorschreiben – Grund: Eiswurf und Eisabfall. Auch das ist ein Sachverhalt, den Forster standhaft leugnet!

 

 

„OÖ hat die strengsten Auflagen“

Zu einem Windmasterplan haben sich nur drei Bundesländer durchgerungen, NÖ, die Steiermark und OÖ. Es stimmt nicht, dass OÖ dabei die strengsten Auflagen zum Schutz der Bevölkerung und der Natur ausgewiesen hat. In OÖ beträgt der Abstand zum nächsten Wohnhaus gerade einmal 800 Meter, wohingegen der Mindestabstand in NÖ 1200 Meter beträgt, wenn anderes Gemeindegebiet betroffen ist, sogar 2000 Meter. Die WHO fordert übrigens 2000 Meter Mindestabstand, um die Bevölkerung vor Schattenwurf, Lärm und Infraschall zu schützen.

 

 

„Keine Gefährdung der Bewohner“

Rudolf Forster sieht absolut keine Gefährdung der Bewohner, er setzt sich über bekannte Tatsachen einfach hinweg oder verharmlost diese! 

 

Die physischen und psychischen Belastungen wurden in einer Reihe von Studien nachgewiesen. Dies wird zwar von der Windlobby vehement bestritten, aber solches Leugnen jener, die wirtschaftlich profitieren, kennen wir schon von den Gesundheitsschäden durch Asbest, DDT, Dioxin und vielen anderen Fällen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die materiellen Einbußen, die mit der Entwertung von Immobilien im Nahbereich von Windanlagen einher gehen.

    

Gefährdung durch Lärm

So entsteht durch den Betrieb von Windrädern großer Lärm. Eine einzelne Dreimegawatt-Anlage erzeugt Lärm in einer Größenordnung von 105 bis 109 Dezibel (dBA) pro Windrad. Durch die Gesetzmäßigkeit des Schalldrucks ist ein Windrad auch in zwei Kilometer Entfernung noch hörbar. Darüber hinaus begünstigen die Höhe des Berges und der Bauwerke die Ausbreitung der Schallwellen. Doch je höher die Windräder, desto größer die Rentabilität.

Dr. Brandstetter, Gemeindearzt aus St. Ulrich, erklärt uns das so: „Als besonders unangenehm werden die Dauerbelastung und periodischen Lautheitsschwankungen, sowie die rot blinkenden Warnlichter in der Nacht empfunden. Um unter dem gesetzlichen Lärmhöchstwert bei Nacht zu kommen, muss bereits ein einzelnes Windrad mindestens 1200 Meter von Wohngebieten entfernt liegen. Geht nun ein leichter Wind, wird Lärm entsprechend weiter getragen. Aber auch Windrichtung, die Höhe der Windräder und deren Leistung, sowie die Tageszeit spielen zusätzlich eine Rolle.“ So macht der Lärm gereizt und aggressiv und ist damit mitverantwortlich für soziale Konflikte sowie für Depressionen.

Gefährdung durch Infraschall

Dr. Kobler, HNO-Arzt, verweist auf die Gefährlichkeit von tieffrequenten Schallemissionen. „Es ist aber nicht nur der hörbare Lärm, der krank macht. Noch gefährlicher ist der Infraschall, der vom menschlichen Gehör nun zwar nicht wahrgenommen wird, der dennoch ständig auf den Körper einwirkt – mit gesundheitlichen Folgewirkungen. Infraschall wird von der Windkraftindustrie nicht bestritten, jedoch verharmlost.“

 

Infraschall kann noch in zehn Kilometern nachgewiesen werden und lässt sich nicht mit herkömmlichen Mitteln dämpfen. Das Schließen der Fenster oder Lärmschutzmaßnahmen wie an Autobahnen nützen nichts. Außerdem kann sich Infraschall in Gebäuden verstärken, was sogar dazu führen kann, dass Häuser unbewohnbar werden. Schlaf- und Konzentrationsstörungen, ein Anstieg des Blutdrucks und eine Steigerung des Herzinfarktrisikos um bis zu 30 Prozent, sowie Tinnitus und Angstzustände können die Folgen sein.

 

Übrigens: Finnwale unterhalten sich über 4000 Kilometer mittels Infraschallwellen, wie sollen sie dann in zwei oder drei Kilometer Distanz am Land nicht mehr wirksam sein?

 

Das Robert-Koch-Institut verweist auf die schwache Literaturlage und auf die Notwendigkeit für weitere Studien zur Aufklärung der Wirkungsmechanismen, nämlich unter Einbeziehung der Erkenntnisse, dass der menschliche Körper ein schwingfähiges System darstellt, welches sehr wohl durch Infraschallwellen beeinflusst wird. So pulsiert z.B. auch der Intracranialraum des menschlichen Kopfes in Frequenzen des Infraschallbereiches.

 

Es kann doch nicht sein, dass trotz vieler Warnungen und starker Verdachtsmomente die Gesundheit der Bevölkerung bewusst aufs Spiel gesetzt wird, um die unzureichende Gesetzeslage noch rasch ausnützen zu können!

 

Gefährdung durch Schattenwurf

Auch der Schattenwurf der Windkraftanlagen wirkt sich in einem Umkreis von mehreren Kilometern als Störfaktor für das Wohlbefinden aus. Der Schatten des bewegten Rotors ruft im Gegensatz zu unbewegten Gegenständen Irritationen hervor, welche Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, nervöses Augenzucken und Müdigkeit hervorrufen können.

 

Gefährdung des Trinkwassers

Wie bereits dargestellt, können durch Tiefenbohrungen und Straßenarbeiten Brunnen versiegen und gefährden damit die Versorgung der Dambacher Bevölkerung mit Trinkwasser. Dies mit einem Achselzucken abzutun, ist gerade in Zeiten, wo Wasser als kostbares Gut immer mehr in die Öffentlichkeit rückt, ein Affront gegen die ansässige Bevölkerung.

 

Eine weitere Gefährdung des Trinkwassers geht von den Windturbinen an sich aus. Jede einzelne von ihnen hat 300 Liter oder mehr Schmier- und Hydrauliköl geladen, welches bei einem technischen Gebrechen ins Grundwasser gelangen könnte.

 

Vorbeugung 

Hippokrates wusste vor 2000 Jahren schon, dass die wichtigste Gesundheitsmaßnahme die Vorbeugung ist.  

Gerade in einer Zeit, in der der Leistungsdruck am Arbeitsplatz ständig zunimmt, braucht der Mensch Erholungsmöglichkeiten. "Es wäre höchst unverantwortlich, würde man das Naherholungsgebiet von rund 60.000 Bewohnern industrialisieren. Eine so große Auswahl an Wandergebieten in unmittelbarer Nähe gibt es nicht", macht uns Dr. Wühl aus Garsten aufmerksam.

 

 

Infraschall und tieffrequenter Schall – ein Thema für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Deutschland?
Das Robert-Koch-Institut nimmt dazu grundsätzlich Stellung
RKI-Infraschall-Gesundh-schutz.pdf
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Bleibt der Faktor ‚Gesundheit’ in der Landschaft auf der Strecke? – Verspargelung, Zerschneidung, Mehrfachnutzung
Über den Wert einer intakten Landschaft auf unsere Gesundheit
Nohl-Landschaft-Gesundheit.pdf
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"WKA haben keine Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse"

Die Auswirkungen auf die Vogelwelt und auf Fledermäuse sind anerkannt, darüber können sich auch Rudolf Forster und Kurt Apfelthaler nicht hinwegsetzen. Forster meint nur süffisant dazu, er „habe noch nie einen toten Vogel oder eine tote Fledermaus unter seinen Windrädern in der Laussa gefunden.“

 

Doch die Auswirkungen der Windräder auf Vögel wurden bereits sehr frühzeitig bemerkt. Spätestens seit bekannt wurde, dass im Altamont-Windpark in Kalifornien jährlich bis zu einhundert Steinadler und andere Greifvögel zu Tode kamen. Aber nicht nur der Totschlag von Vögeln ist eine weitere negative Begleiterscheinung von Windrädern, auch über das starke Meideverhalten von Brut- und Rastvögeln gegenüber WKW gibt es bereits eine Reihe von Veröffentlichungen.

 

Während Vogelschlag und Störeinflüsse auf einzelne Vogelarten durch WKA bereits lange diskutiert und erforscht werden, sind Auswirkungen dieser Anlagen auf Fledermäuse erst spät als Konfliktfeld erkannt worden. Im Vordergrund steht das Kollisionsrisiko, von dem Fledermäuse in großem Umfang betroffen sind. Ein Teil wird direkt von den Rotorblättern getroffen, ein anderer Teil fällt dem Barotrauma zum Opfer: Bedingt durch Verwirbelungen und den Druckabfall hinter den Rotorblättern platzen die Lungen und inneren Organe der Fledermäuse. Der Steyrer Grünen-Chef spricht in diesem Zusammenhang von „herbeigeschriebenem Schwachsinn“ und er „hat noch nie explodierende Fledermäuse gesehen“.

 

Da Fledermäuse nur eine sehr geringe Fortpflanzungsrate haben, wirken sich Verluste unmittelbar auf die Populationen aus. Diese erholen sich – wenn überhaupt – nur sehr langsam von den Bestandseinbußen. Dies hat auch Auswirkungen auf die jeweiligen Ökosysteme, in denen Fledermäuse eine regulierende Funktion einnehmen.

 

Neben den direkten Gefährdungsursachen müssen auch die bau- und anlagebedingten Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse beachtet werden. So kann es insbesondere bei Standorten im Wald zu Beeinträchtigungen und Verlusten von Jagdgebieten und Quartieren in höhlenreichen Baumbeständen kommen.

 

 

 

„Diejenigen, welche die Schönheit der Alpen verteidigen, stehen auf der progressiven Seite. Denn sie veranlassen die Gesellschaft dazu, einen technischen und zivilisatorischen Fortschritt voranzutreiben, der auch für unsere Urenkel noch funktioniert. Von dem was die heutigen Modernisten vertreten, weiß man heute schon, dass das für die Zukunft unserer Urenkel vollkommen unbrauchbar ist, weil es nur um kurzfristige Sofortgewinne und Eintagsfliegen geht…  die Zukunft gehört den Langfristigen und nicht den Kurzfristigen.“

 

(Ernst Ulrich von Weizsäcker bei seinem  Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins,

15. 10. 2011)

 

 

Zentrales Thema bei der Energiewende ist "nicht der weitere Ausbau der Erneuerbaren, sondern vor allem eine tiefgreifende Änderung unseres Konsumverhaltens und ein Ende der Energieverschwendung. Um eine naturverträgliche Energiewende herbeizufürhen, muss der Energiebedarf halbiert werden. Gelingt die Energiewende bezüglich des Energiekonsums nicht, wird auch der vollständige Raubbau an unseren letzten Naturjuwelen unsere Energieversorgung nicht sichern."

 

(facten.lage 2/2012, UWD)

 

 

„Eine brutalere Zerstörung der Landschaft, als sie mit Windrädern zu spicken und zu verriegeln, hat zuvor keine Phase der Industrialisierung verursacht … Eine schonungslosere Ausbeute lässt sich kaum denken, sie vernichtet nicht nur Lebens-, sondern auch tief reichende Erinnerungsräume.“

 

So formulierte es Botho Strauß, der deutsche Dichter und Dramatiker  – und er weiß, wovon er spricht; schreitet doch in Deutschland die ästhetische Landschaftszerstörung in einem unvorstellbaren Ausmaß voran, die auf eine Entwertung der alltäglichen Lebenswelt der großen Mehrzahl der Bevölkerung hinausläuft. In Dohmen/Hornig (2004): Die große Luftnummer. In: Der Spiegel, Nr. 14 vom 29.03.2004, S. 80 - 97

 

 

Die politische Absicht, regenerative Energien stärker zu fördern, führt dazu, dass "die Grundsatznorm des Naturschutzes, nämlich Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und in Verantwortung für die künftigen Generationen zu sichern, bedingungslos geopfert werden."

 

Nohl, Werner (2010): Ist das Landschaftsbild messbar und bewertbar? - Bestandsaufnahme und Ausblick