Foto Schuart: Das Naherholungsgebiet von Oberdambach aus
Foto Schuart: Das Naherholungsgebiet von Oberdambach aus

10 Punkte, warum wir gegen Windräder am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg sind

 

Bereits 2005 wurde einer Windkraftanlage (WKA) am Braschenberg seitens der Oö Landesregierung die Genehmigung versagt, weil die fachliche Vorprüfung seitens des Natur- und Landschaftsschutzes die ökologische Beeinträchtigung der dort vorhandenen wertvollen Rückzugsgebiete als massiv einstufte. Diese ablehnende Stellungnahme aus naturschutzfachlicher Sicht bleibt vollinhaltlich aufrecht, denn an der Gesetzeslage hat sich bis heute nichts geändert.

 

Nun soll ein viel größeres Projekt eingereicht werden – obwohl der Bescheid aus dem Jahr 2005 seine Gültigkeit nicht verloren hat!

 

Wir möchten den wertvollen Naturraum Damberg-Braschenberg-Schwarzberg vor einer Verbauung mit Windkraftanlagen bewahren. Wir wollen keine Industrialisierung unseres Lebens- und Naherholungsraumes aus den folgenden Gründen:

 

  1. Zerstörung unseres Naherholungsgebietes ... mehr dazu
  2. Gefährdung unserer Gesundheit ... mehr dazu
  3. Bedrohung von Tier- und Pflanzenarten ... mehr dazu
  4. Zerstörung des Landschaftsbildes ... mehr dazu 
  5. Negative Auswirkungen auf den Fremdenverkehr ... mehr dazu
  6. Katastrophenszenario brennende WKA ... mehr dazu
  7. Geringe Wirtschaftlichkeit aber enormer Wertverlust eines weiträumigen Gebietes ... mehr dazu
  8. Fehlentwicklung Ökostrom ... mehr dazu
  9. Zu erwartende Anpassung der Gesetzeslage ... mehr dazu
  10. Wertverlust unserer Heimat ... mehr dazu

 

 

Übersicht über die geplanten WKA-Standorte
Übersicht über die geplanten WKA-Standorte

Fotos Schmid: Der Schwarzberg-Skitour ist ein beliebter Skitourenberg

 

 

 

 

 

 

 

ARTE - Themenabend - 23. Oktober 2012

Mit der Teilnahme von:
  • Jutta Reichardt, Sprecherin der EPAW-Plattform, Deutschland
  • Hervé Texier, Verband Nachhaltige Umwelt, Frankreich
  • Pascale Dault, Frankreich
  • Monsieur et Madame Dupont, Frankreich
  • Xavier Grioche, Frankreich
  • Dr. Cornelia Kaufmann, Chefärztin Onkologie, Deutschland
  • Cécile Duflot, Französische Grünen-Partei, Frankreich
  • Dr. Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe, Deutschland
  • et al.

 

Veröffentlicht am 03.11.2012

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzen Frankreich und Deutschland vor allem auf die Windkraft. Doch immer mehr Bürger leisten Widerstand gegen den Bau von Windparks: Die Mühlen würden die Landschaft zerstören, mit ihrem Lärm die Menschen vertreiben und die eigenen Häuser entwerten. Die Dokumentation zeigt, dass die Energiewende machbar, aber auch mit Konflikten behaftet ist, da viele Anwohner nicht bereit sind, sich mit Windparks vor ihrer Haustür zu arrangieren.

Pascale Dault aus der französischen Provinz Picardie steht genervt am Fenster und blickt auf das Feld hinter ihrem Haus. Mehrere Hundert Meter entfernt pflügen die Rotoren von Windrädern durch den Himmel und verursachen dabei ähnliche Geräusche wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Tag und Nacht ginge das so, an festen Schlaf sei nicht mehr zu denken, meint sie. Vielerorts in Europa, gerade in den windstarken Küstenregionen in Frankreich und Deutschland nehmen Anwohner den Ausbau der Windenergie als Zerstörung ihrer Heimat und als persönliche Katastrophe wahr.

Was die französischen Windkraftgegner mit ihren Protesten um jeden Preis verhindern wollen, ist der Ausbau von Windparks nach deutschem Vorbild: 23.000 Windmühlen haben die Nachbarn der Franzosen schon aufgestellt. Nach dem Ende der Atomkraft soll bis 2020 ein Viertel des deutschen Stroms allein aus der Windenergie kommen. Mit dem Bau von Windparks können Betreiber und Landbesitzer in Deutschland viel Geld verdienen, dank staatlich garantierter Preise für den Ökostrom. Dagegen stehen auch in Deutschland inzwischen Hunderte Bürgerinitiativen, die sich gegen den Wertverlust ihrer Häuser und die Zerstörung des Landschaftsbildes wehren.

Windkraftbefürworter sehen keine Alternative zum massiven Ausbau der Anlagen. Wer sauberen und sicheren Strom wolle, müsse sich auch mit Windparks in der Nachbarschaft arrangieren. "Niemand hat die Garantie, dass sich in seiner Umgebung über Jahrzehnte nichts verändert", so Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe.

Die Autoren Mirja Pape und Carsten Rau haben Windkraftbefürworter und -gegner in Frankreich und Deutschland mit der Kamera begleitet und ihren Streit um die Windparks in Bildern festgehalten. Die Dokumentation lässt beide Seiten zu Wort kommen und zeigt einen Konflikt, der sich in den kommenden Jahren wohl in vielen europäischen Gemeinden wiederholen wird.

 

(Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=zPIxsFjgO7A)

 

„Diejenigen, welche die Schönheit der Alpen verteidigen, stehen auf der progressiven Seite. Denn sie veranlassen die Gesellschaft dazu, einen technischen und zivilisatorischen Fortschritt voranzutreiben, der auch für unsere Urenkel noch funktioniert. Von dem was die heutigen Modernisten vertreten, weiß man heute schon, dass das für die Zukunft unserer Urenkel vollkommen unbrauchbar ist, weil es nur um kurzfristige Sofortgewinne und Eintagsfliegen geht…  die Zukunft gehört den Langfristigen und nicht den Kurzfristigen.“

 

(Ernst Ulrich von Weizsäcker bei seinem  Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins,

15. 10. 2011)

 

 

Zentrales Thema bei der Energiewende ist "nicht der weitere Ausbau der Erneuerbaren, sondern vor allem eine tiefgreifende Änderung unseres Konsumverhaltens und ein Ende der Energieverschwendung. Um eine naturverträgliche Energiewende herbeizufürhen, muss der Energiebedarf halbiert werden. Gelingt die Energiewende bezüglich des Energiekonsums nicht, wird auch der vollständige Raubbau an unseren letzten Naturjuwelen unsere Energieversorgung nicht sichern."

 

(facten.lage 2/2012, UWD)

 

 

„Eine brutalere Zerstörung der Landschaft, als sie mit Windrädern zu spicken und zu verriegeln, hat zuvor keine Phase der Industrialisierung verursacht … Eine schonungslosere Ausbeute lässt sich kaum denken, sie vernichtet nicht nur Lebens-, sondern auch tief reichende Erinnerungsräume.“

 

So formulierte es Botho Strauß, der deutsche Dichter und Dramatiker  – und er weiß, wovon er spricht; schreitet doch in Deutschland die ästhetische Landschaftszerstörung in einem unvorstellbaren Ausmaß voran, die auf eine Entwertung der alltäglichen Lebenswelt der großen Mehrzahl der Bevölkerung hinausläuft. In Dohmen/Hornig (2004): Die große Luftnummer. In: Der Spiegel, Nr. 14 vom 29.03.2004, S. 80 - 97

 

 

Die politische Absicht, regenerative Energien stärker zu fördern, führt dazu, dass "die Grundsatznorm des Naturschutzes, nämlich Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und in Verantwortung für die künftigen Generationen zu sichern, bedingungslos geopfert werden."

 

Nohl, Werner (2010): Ist das Landschaftsbild messbar und bewertbar? - Bestandsaufnahme und Ausblick