10 Punkte, warum wir gegen Windräder am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg sind

3. Bedrohung von Tier- und Pflanzenarten

 

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Gefährdung von Fledermäusen

 

Erst in den letzten Jahren sind die Auswirkungen von WKA auf Fledermäuse systematisch untersucht und erkannt worden, Kollisionen von Fledermäusen mit WKA sind zum Teil in erheblichem Umfang bekannt. Aufgrund der Einstufung aller einheimischen Fledermäuse nach der FFH-Richtlinie als bedrohte Spezie, sofern sie bereits erfasst wurden, gehören sie zu den streng geschützten Arten. Die Errichtung von WKA auf den bewaldeten Bergkuppen des Dambergs-Braschenbergs-Schwarzbergs würde bestandsbedrohliche Auswirkungen haben. Da Fledermäuse eine sehr geringe Fortpflanzungsrate haben, wirken sich Verlust unmittelbar auf die Population aus. Diese erholt sich - wenn überhaupt - nur sehr langsam von Bestandseinbußen. Das hat natürlich Auswirkungen auf unser gesamtes Ökosystem, in denen Fledermäuse eine regulierende Wirkung einnehmen.

 

Beim Tod an Windrädern wird ein Teil der Fledermäuse an den Rotorblättern geschlagen, ein anderer fällt dem Barotrauma zum Opfer: Bedingt durch Verwirbelungen und den Druckabfall hinter den Rotorblättern platzen die Lungen und inneren Organe der Tiere.

 

Foto links, G. Reiter: Mopsfledermaus

Foto rechts, W. Forstmeier: Kleinabendsegler

 

 

Gefährdung von Vögeln

 

Der Schwarzstorch gilt in den unzugänglichen Wäldern am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg beheimatet und weist in diesem Gebiet sogar eine erfreulich hohe Reproduktionsrate auf.

Allerdings wäre er durch den Bau von Windkraftanlagen massiv gefährdet.

 

Auch für den Uhu gilt das gleiche wie für den Schwarzstorch: Die Risikoanfälligkeit ist hoch! Es wäre für die nur mehr sehr seltenen Großvögel eine außerordentliche Bedrohung, käme es zur Errichtung von Windrädern in ihrem Lebensraum.

 

Weitere gefährdete Arten: Mäusebussard, Wespenbussard, Kolkraben und Kauze.

 

Die topographische und naturräumliche Lage des Damberg-Braschenberg-Schwarzberg-Höhenzuges bringt es mit sich, dass sich eine erhöhte Gefährdung der bereits selten gewordenen Vogelarten durch die geplanten Windkraftanlagen ergibt. Ein extrem hohes Vogelschlagrisiko ist für Standorte auf Kuppen- und Sattellagen belegt.

 

Es ist somit  von nachhaltig negativen Auswirkungen auf einzelne Vogelarten und den Vogelzug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen.  

 

Gefährdung seltener Pflanzenarten

 

Immer wieder trifft der aufmerksame Besucher des Gebietes auf seltene Kostbarkeiten, von links nach rechts, unten:

  • Rotes Knabenkraut
  • Gelbes Knabenkraut
  • Knabenkraut
  • Fliegenragwurz
  • Weißes Waldvögelein
  • Waldhyazinthe

 

Durch die enormen Eingriffe bei der Errichtung von Windkraftanlagen, Straßen und Leitungen wäre die Artenvielfalt der Pflanzen massiv bedroht. Alle Orchideengewächse sind ein Gradmesser für die Gesundheit unserer Umwelt und reagieren besonders sensibel auf Eingriffe jeglicher Art.

(Alle Fotos Schörkhuber)   

 

 

Wir bekennen uns zur Artenvielfalt und zur Erhaltung dieses wertvollen Naturraumes!

 

 

Autor: unbekannt
Autor: unbekannt

 

„Diejenigen, welche die Schönheit der Alpen verteidigen, stehen auf der progressiven Seite. Denn sie veranlassen die Gesellschaft dazu, einen technischen und zivilisatorischen Fortschritt voranzutreiben, der auch für unsere Urenkel noch funktioniert. Von dem was die heutigen Modernisten vertreten, weiß man heute schon, dass das für die Zukunft unserer Urenkel vollkommen unbrauchbar ist, weil es nur um kurzfristige Sofortgewinne und Eintagsfliegen geht…  die Zukunft gehört den Langfristigen und nicht den Kurzfristigen.“

 

(Ernst Ulrich von Weizsäcker bei seinem  Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins,

15. 10. 2011)

 

 

Zentrales Thema bei der Energiewende ist "nicht der weitere Ausbau der Erneuerbaren, sondern vor allem eine tiefgreifende Änderung unseres Konsumverhaltens und ein Ende der Energieverschwendung. Um eine naturverträgliche Energiewende herbeizufürhen, muss der Energiebedarf halbiert werden. Gelingt die Energiewende bezüglich des Energiekonsums nicht, wird auch der vollständige Raubbau an unseren letzten Naturjuwelen unsere Energieversorgung nicht sichern."

 

(facten.lage 2/2012, UWD)

 

 

„Eine brutalere Zerstörung der Landschaft, als sie mit Windrädern zu spicken und zu verriegeln, hat zuvor keine Phase der Industrialisierung verursacht … Eine schonungslosere Ausbeute lässt sich kaum denken, sie vernichtet nicht nur Lebens-, sondern auch tief reichende Erinnerungsräume.“

 

So formulierte es Botho Strauß, der deutsche Dichter und Dramatiker  – und er weiß, wovon er spricht; schreitet doch in Deutschland die ästhetische Landschaftszerstörung in einem unvorstellbaren Ausmaß voran, die auf eine Entwertung der alltäglichen Lebenswelt der großen Mehrzahl der Bevölkerung hinausläuft. In Dohmen/Hornig (2004): Die große Luftnummer. In: Der Spiegel, Nr. 14 vom 29.03.2004, S. 80 - 97

 

 

Die politische Absicht, regenerative Energien stärker zu fördern, führt dazu, dass "die Grundsatznorm des Naturschutzes, nämlich Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und in Verantwortung für die künftigen Generationen zu sichern, bedingungslos geopfert werden."

 

Nohl, Werner (2010): Ist das Landschaftsbild messbar und bewertbar? - Bestandsaufnahme und Ausblick