10 Punkte, warum wir gegen Windräder am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg sind

8. Fehlentwicklung Ökostrom

(Quelle: Hertwich, G., 2012)

 

Ökostrom, namentlich jener aus Sonne und Wind wurde mit unendlichen Vorschusslorbeeren bedacht. Er soll uns unabhängig von fossilen Energieträgern machen, uns von der Geisel Atomkraft befreien und unser Klima retten. Deutschland hat den Ausbau von Ökostrom am konsequentesten vorangetrieben. Wir können daher dort ganz gravierende Auswirkungen einer übereilten und falsch gesteuerten „Energiewende“ beobachten. Wir wollen diese für die Ökoenergie Windstrom in diesem Beitrag analysieren. Es fällt auf dass diese Energie in vielen Aspekten zwei Gesichter hat. Entweder handelt es sich um unterschiedliche sachliche Eigenschaften oder es besteht eine starke Divergenz zwischen dem, was uns die jeweiligen Lobbystrukturen glaubhaft machen wollen und der Realität. Diese „gespaltenen Eigenschaften“ sind im Folgenden durch die geteilte Darstellung erkennbar herausgehoben.

 



Wind produziert die meiste Zeit sehr wenig Strom ABER bei guten Bedingungen so große Mengen, dass die Netze überlastet werden

Diese starken Schwankungen schränken den Nutzwert dieser Energie sehr stark ein, was in einer freien Marktwirtschaft dazu geführt hätte, dass sie nur in vergleichsweise bescheidenem Umfang eingesetzt würde. Aber die gesetzlich geschaffene Vorzugsbehandlung am Strommarkt und die gesetzlich bestimmten hohen Einspeisetarife führten zu diesem idiotischen Ausbauboom. Dieser hat jedoch den Charakter einer Blase, welche zwangläufig platzen muss.

 

Leider folgt Österreich dieser Fehlentwicklung in Deutschland. Laut der Lobbyorganisation IG Windkraft erhöhte sich die Leistung der installierten Windkraftanlagen in 2012 um 30%. In 2013 soll dieses Ergebnis nochmals getoppt werden. Die Kapazität von Photovoltaik hat sich in OÖ in 2012 verdoppelt.

 

 

Das fallweise Überangebot an Windstrom führte zu einer geringfügigen Reduktion der Großhandelspreise ABER gleichzeitig zu einer gravierenden Erhöhung der Verbraucherpreise

Der in Perioden erheblicher Produktion von  Windstromausgelöste Überschuss führt zu einem Verfall der Notierungen an den Strombörsen bis hin zu negativen Preisen. Das heißt, man bekommt noch Geld drauf, wenn man diesen Strom abnimmt. Mit zunehmender Verbauungsdichte bei Wind führte das zu einer geringfügigen Verringerung der Großhandels Durchschnittspreise. Das reklamieren nun die entsprechenden Lobbys als ihr Verdienst. Landesrat Anschober hatte sogar die Frechheit eine Presseaussendung vom 26.06.2012 zu titeln „Märchen vom teuren Solarstrom widerlegt“ und die Lobby-Organisation IG Windkraft legt in einer Aussendung vom 03.01.2013 nach mit „Windenergie senkt den Strompreis“. In beiden Fällen handelt es sich um bewusste Irreführung.

 

Der Strompreis ist für die deutschen Verbraucher wegen der stark angewachsenen Kosten für die Subventionierung von Ökostrom erheblich gestiegen. Mit Jahreswechsel 2012/13 um 10 bis 12% auf 25 bis 26 Cent je KWh. Das ist um rund 25% teurer als bei uns in Österreich und ist auf die starke Erhöhung der EEG-Umlage, über welche der Ökostrom subventioniert wird, zurückzuführen. Die EEG-Umlage beträgt nunmehr 6,28 Cent je KWh (incl. MwSt ) und summiert sich im Jahr auf gigantische 20 Milliarden Euro. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 KWh wird mit 251 € für die Ökostromkosten direkt belastet. Inklusive indirekter Belastung aus der Stromtangente bei Waren und Dienstleistungen und öffentlichen Abgaben erhöht sich die Belastung des Haushaltes durch die Ökostromsubvention auf rund 600 Euro im Jahr.

 

Die Erzeuger von Ökostrom jucken Veränderungen der Großhandelspreise nicht. Sie erhalten den gesetzlich garantierten hohen Einspeisetarif. Die Differenz zwischen dem hohen Einspeisetarif und dem viel geringeren Großhandelspreis zahlen die Verbraucher über die im Verbraucherpreis enthaltene Ökostromsubvention. Diese wird immer höher und der Strompreis für den Verbraucher immer teurer.

 

 

Wind erzeugt übers Jahr betrachtet große Strommengen ABER zur Versorgungssicherheit tragen diese nichts bei

Für diese Diskrepanz sind die extremen Schwankungen in der Verfügbarkeit von Windstrom verantwortlich. Eine Lösung wären Stromspeicher, doch die  Errichtung von Pumpspeicher-Kraftwerken sind nur beschränkt möglich. Sie können bei den uns möglichen Speichervolumen die über einige Tage hinausgehende Schwankungen nicht ausgleichen, eine andere konkrete Möglichkeit ist derzeit nicht in Sicht. Zudem bedingen Speicherkraftwerke hohe Investitionskosten und verteuern damit gemeinsam mit den erheblichen Leitungs- und Umwandlungsverlusten (rund25%) noch stark den Preis für diese Energieformen.

 

 

Windstrom wird als Ausweg aus der Atomwirtschaft und der Klimaänderung angepriesen ABER kann in Wahrheit keinen wesentlichen Beitrag leisten

In Deutschland ist Windstromgewinnung extrem ausgebaut. Ganze Landstriche sind mit Windstromanlagen belegt. Trotzdem leisten diese Energieformen nur einen ganz geringen Beitrag zum Energieaufkommen (welcher dann durch die starken Schwankungen im Aufkommen energiewirtschaftlich noch extrem entwertet wird). Windstrom hat gegenwärtig einen statistischen Anteil von rund 8% am Stromaufkommen.

 

Betrachtet man jedoch das Energie-Gesamtaufkommen, so hat Windenergie nur einen winzigen Anteil. Eine nur schwer vorstellbare Verdopplung dieser Energieformen würde keine wesentliche Entlastung bringen. Eine wirklich wirksame Energiewende muss Ihren Schwerpunkt auf der Seite der Verbrauchsminderung haben. Hier besteht ein riesiges Einsparungspotential und die Möglichkeit relativ rasch bedeutende Resultate zu erzielen. Aber dazu fehlen entsprechende Ansätze von ausreichender Dimension.

 

Vergleich: Für die Subventionierung des Ökostromes werden derzeit rund 20 Milliarden Euro jährlich ausgegeben; mit steigender Tendenz. Für zusätzliche Wärmedämmung sollen nach Wünschen von SPD und GRÜNEN zukünftig 3 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Windstrom soll helfen die Stromversorgung zu sichern ABER in Wahrheit drückt er andere Energien aus dem Markt

Wegen der starken Schwankungen in der Produktion kann der Wind so gut wie nichts zur Versorgungssicherheit beitragen. Durch den Vorrang von Windstrom bei der Einspeisung ins Netz schadet er jedoch anderen Erzeugungsformen und drängt diese aus dem Markt. Besonders betroffen sind die relativ umweltfreundlichen und effizienten modernen Gaskraftwerke. Da sie vom Netz gehen müssen, wann immer der Wind größere Strommengen erzeugt, sinkt die Auslastung der Gaskraftwerke und damit ihre Wirtschaftlichkeit. Es werden keine neuen Gaskraftwerke gebaut und bestehende werden stillgesetzt. Weiter am Netz bleiben die größten Dreckschleudern, nämlich alte Kohlekraftwerke, weil diese die geringsten Brennstoffkosten haben. Auch der Bau neuer Pumpspeicherwerke, welche nach den naiven Vorstellungen der Ökoaktivisten die Schwankungen des Ökostromes ausgleichen sollen, geraten wegen unzureichender Nutzung zufolge des Ökostromes in die Auslastungsfalle. Alleine in OÖ liegen vier Pumpspeicherprojekte auf Eis oder es werden noch Genehmigungsverfahren zu Ende geführt.

 

 

Energiewende erweckt alte Ölkraftwerke zum Leben
Weht in Deutschland der Wind zu stark, muss Österreich mit ineffizienten Ölkraftwerken einspringen. Die EU fordert ein Umdenken. (Quelle: Die Presse, 31.01.2013)
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Windenergie soll "Wohlstand für alle" bedeuten ABER in Wahrheit verschärft sie die sozialen Unterschiede

Viele Wohlhabende schöpfen ein gutes Zusatzeinkommen aus dem Ökostrom, während die ärmeren Schichten zusätzlich belastet werden. Wer kann, errichtet oder investiert in Windkraftanlagen und verdient risikofrei an dem hoch subventionierten Einspeisetarif. Andere haben dazu keine Möglichkeit. Sie zahlen aber mit dem erhöhten Strompreis mit für die guten Einnahmen der Windkraftbetreiber.

 

Vom Glück ausgewählt ist ein Großgrundbesitzer oder Waldbesitzer, auf dessen Fläche Platz für 10 Windkraftanlagen ist. Da an Pacht je nach Anlagengröße und Windbedingungen zwischen 5000 und 30.000 Euro bezahlt werden, kann sich unser Großgrundbesitzer über ein arbeitsfreies Zusatzeinkommen von 50.000 bis 1,000.000 im Jahr freuen. Und wer zahlt wieder einmal? Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass die Österreichischen Bundesforste zu den besonders engagierten Projektwerbern zählen – sie machen in OÖ nicht einmal vor Ausschlusszonen halt!

 

Die hohe EEG-Umlage müssen in unserem Nachbarland alle zahlen – mit Ausnahme von energieintensiven Großverbrauchern. Und diese Kategorie hat sich in letzter Zeit wundersam vermehrt. So sind zum Beispiel ein große Zeitungsverlage oder ein Unternehmensteil der Deutschen Telecom von der EEG-Umlage befreit. Die Großen können es sich wieder einmal richten, während mittelständische Unternehmen und kleine Handwerksbetriebe die Umlage in voller Höhe berappen müssen.

 

Die Beispiele ließen sich noch weiter fortsetzen. Man schaue sich nur die Gesellschafterverzeichnisse der wirklich Gewinn machenden Windkraftunternehmen an. Da findet man vorwiegend wohlhabende Personen aus den Ballungsgebieten oder kirchliche Organisationen. Die „kleinen Leute“, welche die Nähe der Windanlagen ertragen müssen, findet man da kaum. Windstrom ist ein eklatantes Beispiel einer Umverteilung von „Unten nach Oben“. Die da oben werden noch besser gestellt – die da unten tragen den Großteil der Kosten.

 

Zu ihrer Gründung galten die vehementesten Verfechter von Windstrom, die GRÜNEN, als

naturverbunden (daher auch der Name) und sozial. Heute sind sie keines von beiden, sondern nur mehr die Verfechter einer abgewirtschafteten, verkehrten Energiewende-Ideologie.

 

 

Wind ist gratis ABER der Windstrom ist sauteuer

Der alberne Standardspruch vom Gratiswind ist typisch für die Windkraftwirtschaft und ihre Strategien zur Verdummung der Menschen. Alles, was uns die Natur gibt, ist vorerst einmal gratis; so auch der Wind. Erst wenn der Mensch seine Hand dran legt, bekommen die Naturschätze ihren Preis.

 

 

Schlussfolgerungen für Österreich

Österreich hat gegenüber Deutschland einen beachtlichen Rückstand bei der Stromproduktion aus Wind. In Deutschland beträgt der Anteil dieser Energien rund 2 % am Gesamt-Energieaufkommen. In Österreich ist es nur weniger als 1 %. Dieser Rückstand wird von den Lobbyorganisationen aber auch von einzelnen Politikern, insbesondere aus dem Lager der GRÜNEN sowie einzelnen Lokalkaisern der Bevölkerung vorgehalten. Es ist diesen Kräften gelungen bei einem breiten Teil unserer Bürger die Meinung zu verankern, der Ausbau dieser Energien wäre geeignet und notwendig um uns vom Atomstrom zu befreien, das Klima zu retten und die Energieversorgung zu sichern. Folgendes wird dabei geflissentlich „übersehen“:

 

  • Die Erzeugung von Windstrom in Deutschland ist noch immer ein verschwindend kleiner Beitrag zur Energieversorgung, der durch deutlich höhere Strompreise erkauft werden muss und der wegen seiner stark schwankenden Verfügbarkeit von geringem energiewirtschaftlichen Nutzen ist. Der zudem erhebliche Zusatzkosten hervorruft und die Wirtschaftlichkeit anderer Stromquellen verschlechtert. Dafür wurden bereits ganze Landstriche mit Windparks zerstört.

 

  • Der Deutsche Weg ist nachweislich eine Fehlentwicklung die nicht mehr lange durchgehalten werden kann.

 

  • Österreich nimmt bei Erneuerbarer Energie bereits jetzt einen Spitzenplatz ein und liegt dabei weit vor Deutschland. Der größte Anteil bei „Erneuerbarer“ fällt bei uns auf die energetische Nutzung von Biomassen mit rund 59%, gefolgt von Wasserkraft mit 36%. Schlusslicht ist Windstrom mit rund 3%. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die einzig gute Windkraftregion, ganz im Osten Österreichs, bereits weitgehend ausgebaut ist. Der Rest Österreichs ist zufolge der Windverhältnisse, der topgrafischen Gegebenheiten sowie der Siedlungsstruktur nicht oder nur sehr eingeschränkt für die Windstromnutzung geeignet. In der für sie ungünstigen Situation wendet sich die Windstrombranche nun den Wäldern und Höhenrücken in den Voralpen und Alpen zu. Hier kann man jedoch bei geringem energiewirtschaftlichem Nutzen nachhaltige Schäden an Natur und Landschaft sowie bei der Lebensqualität von Menschen und bei der Tourismuswirtschaft erwarten. Diese Fehlentwicklung sollten wir mit allen unseren Kräften verhindern.

 

 

 

 

Foto Schörkhuber: Ein Langläufer zieht in der winterlichen Einsamkeit am Höhenweg seine Spuren
Foto Schörkhuber: Ein Langläufer zieht in der winterlichen Einsamkeit am Höhenweg seine Spuren

 

 

 

 

 

 

 

 

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„Diejenigen, welche die Schönheit der Alpen verteidigen, stehen auf der progressiven Seite. Denn sie veranlassen die Gesellschaft dazu, einen technischen und zivilisatorischen Fortschritt voranzutreiben, der auch für unsere Urenkel noch funktioniert. Von dem was die heutigen Modernisten vertreten, weiß man heute schon, dass das für die Zukunft unserer Urenkel vollkommen unbrauchbar ist, weil es nur um kurzfristige Sofortgewinne und Eintagsfliegen geht…  die Zukunft gehört den Langfristigen und nicht den Kurzfristigen.“

 

(Ernst Ulrich von Weizsäcker bei seinem  Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins,

15. 10. 2011)

 

 

Zentrales Thema bei der Energiewende ist "nicht der weitere Ausbau der Erneuerbaren, sondern vor allem eine tiefgreifende Änderung unseres Konsumverhaltens und ein Ende der Energieverschwendung. Um eine naturverträgliche Energiewende herbeizufürhen, muss der Energiebedarf halbiert werden. Gelingt die Energiewende bezüglich des Energiekonsums nicht, wird auch der vollständige Raubbau an unseren letzten Naturjuwelen unsere Energieversorgung nicht sichern."

 

(facten.lage 2/2012, UWD)

 

 

„Eine brutalere Zerstörung der Landschaft, als sie mit Windrädern zu spicken und zu verriegeln, hat zuvor keine Phase der Industrialisierung verursacht … Eine schonungslosere Ausbeute lässt sich kaum denken, sie vernichtet nicht nur Lebens-, sondern auch tief reichende Erinnerungsräume.“

 

So formulierte es Botho Strauß, der deutsche Dichter und Dramatiker  – und er weiß, wovon er spricht; schreitet doch in Deutschland die ästhetische Landschaftszerstörung in einem unvorstellbaren Ausmaß voran, die auf eine Entwertung der alltäglichen Lebenswelt der großen Mehrzahl der Bevölkerung hinausläuft. In Dohmen/Hornig (2004): Die große Luftnummer. In: Der Spiegel, Nr. 14 vom 29.03.2004, S. 80 - 97

 

 

Die politische Absicht, regenerative Energien stärker zu fördern, führt dazu, dass "die Grundsatznorm des Naturschutzes, nämlich Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und in Verantwortung für die künftigen Generationen zu sichern, bedingungslos geopfert werden."

 

Nohl, Werner (2010): Ist das Landschaftsbild messbar und bewertbar? - Bestandsaufnahme und Ausblick