10 Punkte, warum wir gegen Windräder am Damberg-Braschenberg-Schwarzberg sind

2. Gefährdung der Gesundheit

Foto Schörkhuber: Die gering entfernten Siedlungen sind von den Auswirkungen der WKA stark betroffen
Foto Schörkhuber: Die gering entfernten Siedlungen sind von den Auswirkungen der WKA stark betroffen

Macht der Infraschall von Windkraftanlagen krank?

Aus Angst vor Gesundheitsschäden durch Infraschall werden in Dänemark kaum noch Windenergie-Anlagen gebaut. Eine staatliche Untersuchung läuft. Deutsche Behörden spielen das Problem noch herunter.Daniel Wetzel geht der Frage, wie nahe Windkraftanlagen an bewohnte Ortschaften heranrücken dürfen, nach. Berichte über gesundheitsschädliche Schallemissionen von Windkraftanlagen haben in Dänemark schon zu einer dramatischen Verlangsamung des Ausbautempos geführ.

Die Welt, 02.03.2015

Zuerst will ich die Menschen schützen, vor allem was ihnen Schaden und Unrecht zufügen könnte.
(Hippokratischer Eid)

 

Neben der gesundheitlichen Gefährdung der im Umkreis lebenden Menschen, ist es die Überheblichkeit und die Ignoranz der Windindustrie, welche die wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach nicht zur Kenntnis nehmen will oder sich einfach darüber hinwegsetzt, mit dem Argument "Es wäre alles nicht so schlimm ..."

 

Folgende Gefahrenquellen wurden vielfach nachgewiesen und beschrieben:

 

 

a.     Lärm

Die geplanten Windräder entwickeln einen Schallpegel von 106,5 dB(A) ab ca. 25km/h Windgeschwindigkeit.

Bei Windgeschwindigkeit von ca. 10,8 km/h (das ist die Einschaltgeschwindigkeit!) werden bereits 94,7 dB(A) emittiert (zum Vergleich: Ein Dieselmotor in 10 m Entfernung erzeugt 90 dBA).

 

b.     Infraschall

Infraschall, also für menschliche Ohren unhörbarer Schall unter 20 Hertz, verursacht vermehrt das Auftreten des Windturbinensyndroms, also das Auftreten von Herz- und Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, Schwangere und bereits vorbelastete Personen.

 

Es ist Fakt, dass Megawatt-WKA, die in der Nähe von Infraschall-Messstationen in Deutschland zur Überwachung im Rahmen des Atomwaffen-Sperrvertrages errichtet werden sollten, einen Abstand von 25 Kilometern benötigten. Andernfalls wäre es zu Störungen der hochsensiblen Messinstrumente gekommen. Zur Erinnerung: Auch der menschliche Körper ist ein hochsensibles Instrument, der uns 24 Stunden täglich dient.

 

WKA können sogar die Wettervorhersage beeinträchtigen. Der britische Wetterdienst erhob Einwände gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Nähe seiner Radar-Wetterstationen in Wales. Die Windturbinen könnten, so er Wetterdienst, die elektromagnetische Wellen von Radaranlagen reflektieren, so dass Störungen entstehen, die verhindern, die atmosphärischen Bedingungen genau messen zu können.  

 

c.     Schattenwurf

Auch der Schattenwurf der Windkraftanlagen wirkt sich unter Umständen in weitem Umkreis, vor allem gegen Norden, als Störfaktor für das Wohlbefinden aus. So ruft der Schatten des bewegten Rotors im Gegensatz zu unbewegten Gegenständen Helligkeitsschwankungen hervor, wodurch es zu Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, nervösem Augenzucken und Müdigkeit kommen kann. Diese Beeinflussung wirkt wie bei der chinesischen Folter: Ein paar Tropfen machen nichts aus, aber über einen längeren Zeitraum werden sie zur Qual.

 

d.     Gefährdung des Trinkwassers

Aus den erheblichen Eingriffen in den gewachsenen Untergrund und in die Bodenstruktur, ergibt sich eine enorme Bedrohung des Trinkwassers für die Anrainer des Damberg-Schwarzberggebiets. Wenn Hänge angeschnitten werden, kann es leicht sein, dass das Wasser vergeht und Brunnen austrocknen. Schon alleine die Schwingungen, die auf die Gründung übertragen werden, stellen für den sensiblen Flyschuntergrund eine massive Belastung dar und könnten eine veränderte Grundwasserführung zur Folge haben.

 

Eine weitere Gefährdung des Trinkwassers geht von den Windturbinen an sich aus. Jede einzelne von ihnen hat 300 Liter oder mehr Schmier- und Hydrauliköl geladen, welches bei einem technischen Gebrechen ins Grundwasser gelangen könnte.

 

 

 

 

 

„Diejenigen, welche die Schönheit der Alpen verteidigen, stehen auf der progressiven Seite. Denn sie veranlassen die Gesellschaft dazu, einen technischen und zivilisatorischen Fortschritt voranzutreiben, der auch für unsere Urenkel noch funktioniert. Von dem was die heutigen Modernisten vertreten, weiß man heute schon, dass das für die Zukunft unserer Urenkel vollkommen unbrauchbar ist, weil es nur um kurzfristige Sofortgewinne und Eintagsfliegen geht…  die Zukunft gehört den Langfristigen und nicht den Kurzfristigen.“

 

(Ernst Ulrich von Weizsäcker bei seinem  Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins,

15. 10. 2011)

 

 

Zentrales Thema bei der Energiewende ist "nicht der weitere Ausbau der Erneuerbaren, sondern vor allem eine tiefgreifende Änderung unseres Konsumverhaltens und ein Ende der Energieverschwendung. Um eine naturverträgliche Energiewende herbeizufürhen, muss der Energiebedarf halbiert werden. Gelingt die Energiewende bezüglich des Energiekonsums nicht, wird auch der vollständige Raubbau an unseren letzten Naturjuwelen unsere Energieversorgung nicht sichern."

 

(facten.lage 2/2012, UWD)

 

 

„Eine brutalere Zerstörung der Landschaft, als sie mit Windrädern zu spicken und zu verriegeln, hat zuvor keine Phase der Industrialisierung verursacht … Eine schonungslosere Ausbeute lässt sich kaum denken, sie vernichtet nicht nur Lebens-, sondern auch tief reichende Erinnerungsräume.“

 

So formulierte es Botho Strauß, der deutsche Dichter und Dramatiker  – und er weiß, wovon er spricht; schreitet doch in Deutschland die ästhetische Landschaftszerstörung in einem unvorstellbaren Ausmaß voran, die auf eine Entwertung der alltäglichen Lebenswelt der großen Mehrzahl der Bevölkerung hinausläuft. In Dohmen/Hornig (2004): Die große Luftnummer. In: Der Spiegel, Nr. 14 vom 29.03.2004, S. 80 - 97

 

 

Die politische Absicht, regenerative Energien stärker zu fördern, führt dazu, dass "die Grundsatznorm des Naturschutzes, nämlich Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und in Verantwortung für die künftigen Generationen zu sichern, bedingungslos geopfert werden."

 

Nohl, Werner (2010): Ist das Landschaftsbild messbar und bewertbar? - Bestandsaufnahme und Ausblick